Elektrostatische Aufladung
Von Horst Rübke
Mit der Elektrizität hat wohl schon fast jeder von uns unangenehme Bekanntschaft gemacht, sei es durch einen Defekt, eine Unvorsichtigkeit beim Basteln oder do it yourself, am elektrischen Weidezaun oder durch elektrostatische Aufladung. Beim Verlassen eines Raumes mit Kunststofffußboden passiert es immer wieder, dass man am Türgriff einen „gewischt“ bekommt. Diese durch Reibung und Scheuern hervorgerufene Elektrizität nennt der Fachmann elektrostatische Aufladung. Sie ist zwar ungefährlich, aber für den Betroffenen doch sehr unangenehm. Wenn die elektrostatische Entladung beim Anfassen eines elektrischen Gerätes passiert, ist der Schrecken besonders groß, weil man dann das Gerät für defekt hält.
In explosionsgefährdeten Räumen der Industrie werden besonders strenge Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, um elektrostatische Aufladungen zu vermeiden. Aber auch viele von uns werden in ihrem täglichen Alltag mit der elektrostatischen Aufladung immer wieder konfrontiert. Die Schonbezüge des Pkws sind meistens aus Kunststoff. Wenn der Fahrer dann auch noch synthetische Kleidung trägt, mag er kaum den Türgriff seines Wagens nach der Fahrt anfassen, weil er stets den berühmten Schlag erhält. Nicht viel anders ergeht es der Sekretärin, die über einen Teppichfußboden aus Kunststofffasern geht. Sie wagt anschließend kaum ein elektrisches Gerät zu berühren. Beim Kämmen mit einem Kunststoffkamm stehen die Haare durch elektrostatische Aufladung „zu Berge“.
Es wird deshalb immer wieder gefragt, wie hier für Abhilfe gesorgt werden kann. Elektrostatische Aufladungen können nur durch hochohmige Stoffe erzeugt werden. Dies ist durch die zunehmende Verbreitung von Kunststoffen und Kunststofffasern bei den Fußbodenbelägen, Textilien, Polsterbezügen und Schuhsohlen aus Gummi der Fall. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Ladungen sich vorher ausgleichen können, es muss elektrisch leitender werden. Deshalb gibt es im Handel einen sogenannten Antistatikspray. Die Wirkung ist jedoch nicht von Dauer und muss von Zeit zu Zeit erneuert werden. Die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch das Aufstellen von Wassergefäßen, feuchten Tüchern oder Luftbefeuchtern wäre ebenfalls eine Möglichkeit. Allerdings muss dafür gesorgt werden, dass der Luftfeuchtigkeitsgehalt mindestens 50 bis 60 Prozent beträgt. Eine dauerhafte, wenn auch sehr kostspielige Lösung wäre das Verlegen eines Kupfergeflechts unter dem Teppichboden. Ein Patentrezept gibt es jedoch bisher noch nicht. Der elektrische Schlag ist nicht ganz so stark zu spüren, wenn Sie mit einem Metallstück, das Sie fest anfassen, z. B. einem Schlüssel, den Türgriff kurz berühren. Deutlich ist der elektrische Funke zu beobachten, es hat also eine Entladung stattgefunden, aber nicht an den empfindlichen Kuppen der Finger, aber anschließend können Sie gefahrlos den Türgriff berühren. Besonders empfindlichen Menschen kann man deshalb nur raten, dass sie beim Kauf ihrer Polsterbezüge und Kleidung darauf achten, dass sie nicht aus synthetischen Soffen hergestellt worden sind, dass sie keine Schuhe mit Gummisohlen tragen und nur Metallkämme benutzen.

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