»Getrennt marschieren, vereint schlagen«
Die Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 entschied den Deutschen Krieg und beendete den deutschen Dualismus
Von Manuel Ruoff
Der Krieg von 1866 ist nicht aus Notwehr gegen die Bedrohung der eigenen Existenz entsprungen, auch nicht hervorgerufen durch die öffentliche Meinung und die Stimmung des Volkes; es war ein im Kabinett als notwendig erkannter, längst beabsichtigter und ruhig vorbereiteter Kampf nicht für Ländererwerb, Gebietserweiterung oder materiellen Gewinn, sondern für ideelles Gut – für Machtstellung. Dem besiegten Österreich wurde kein Fußbreit seines Territoriums abgefordert, aber es mußte auf die Hegemonie in Deutschland verzichten.“
Der „große Schweiger“, Preußens Generalstabschef Helmuth von Moltke hat es auf den Punkt gebracht. Der Deutsche Krieg war kein moderner Krieg zwischen Völkern, sondern ein klassischer Kabinettskrieg (vergleiche PAZ vom 22. Mai 2004). Folgerichtig wurde in diesem Krieg im Gegensatz zum Dritten Einigungskrieg ein halbes Jahrzehnt später auch nicht das in den Befreiungskriegen gestiftete Eiserne Kreuz verliehen. Viele empfanden es sogar als einen Anachronismus, daß im Zeitalter des Nationalismus noch einmal Deutsche auf Deutsche schossen. (weiterlesen …)


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